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Meine perfekte DigitalkameraWorum es gehtDieser Artikel beschreibt eine nicht existierende Kamera, die aber sehr wohl gebaut werden könnte, da er nicht von technisch Unmöglichem träumt.
Er geht also von der Frage aus, ob alle Kameras wirklich so viele Funktionen haben und so zu bedienen sein müssen, wie das heute der Fall ist – und gibt nach gründlicher Auseinandersetzung mit allen möglichen Einstellungsmöglichkeiten (die Anleitungen zur Nikon D90 und Nikon D200 sind nur ein Teil davon) eine persönliche Antwort darauf. Dieser Artikel ist also im Unterschied zu den übrigen, recht sachlich gehaltenen Artikel dieser Webseite ein eher persönlich gefärbter, der Ihnen auch nicht direkt zu besseren Bildern verhelfen wird. Aber egal, ob Sie mit ihm übereinstimmen oder nicht, soll er dazu anregen, nachzudenken, was man für eine gute Kamera wirklich braucht.
Achtung: Nicht alles ist ernst gemeint, kann aber durchaus ernst genommen werden. Ich hoffe, Sie werden beim Lesen verstehen, was ich meine ;-). Was meine perfekte Digitalkamera ausmachtSie ist zunächst eine digitale Spiegelreflex-Kamera mit optischem Sucher und allen Vorteilen dieser Kamera-Architektur, gebaut für Menschen, die die Grundbegriffe der Fotografie kennen.
Ich bin überzeugt, dass sie sich daher auch als anspruchsvolles Nischenprodukt gut vermarkten ließe – schließlich ist heute (Juni 2009) die technische Entwicklung so weit ausgereift, dass es für die Hersteller immer schwieriger wird, sich durch technische Details von anderen abzugrenzen.
Äußeres DesignDas Design ist anders als moderne DSLR-Kameras, angelehnt an klassische Modelle wie die z.B. die FA- und FE-Serie von Nikon und unterstreicht dadurch das eigenständige Konzept. Es könnte entweder eine exakte Nachbildung eines alten, traditionsreichen Gehäuses oder eine moderne Interpretation einer solchen klassischen Form sein – so wie der VW Beetle eine Anlehnung an den Käfer ist.
Der Umhängegurt ist nur im Nackenbereich etwas breiter und weicher, ansonsten schlank und ohne weithin lesbare Beschriftung der Art "seht her, meine Kamera ist von XX und heißt YY" oder gar „Achtung, ich fotografiere digital“.
Bedienung für die AufnahmeVollautomatikMeine perfekte Digitalkamera ist für Leute, die die Grundbegriffe der Fotografie kennen und benutzen, hat diesbezüglich aber keinen missionarischen Eifer und erlaubt deshalb auch ein bequemes Fotografieren mit einer Vollautomatik. Diese lässt sich mit einem einzigen Knopfdruck aktivieren und ist dann vergleichbar z.B. mit modernen Modellen wie der Nikon D90 (oder anderen, auf die ich lediglich mangels eigener praktischer Erfahrung nicht verweise). Wichtig ist, dass ein einziger Knopfdruck die Kamera sozusagen „mit Haut und Haaren“ in einen wohl definierten Ausgangszustand zurück versetzt und kein einziger Schalter oder Menü übrigbleibt, das man zusätzlich kontrollieren müsste.
Der Knopf zum Aufruf der Vollautomatik ist mit dem Daumen der rechten Hand gut zu erreichen und fühlt sich durch einen kleinen Gnubbel in der Mitte anders an als alle anderen Knöpfe und ist farblich hervorgehoben – er ist also sicher zu bedienen und für alle nicht-Eingeweihten reicht der Hinweis „ einmal hierauf drücken, und dann brauchst Du nur noch auszulösen“. Manuelle SteuerungMeine perfekte Digitalkamera hat drei Knöpfe, die mit dem Daumen der linken Hand leicht erreichbar sind, um zusammen mit einem Einstellrad an der Vorderseite die entscheidenden drei Dinge zu erreichen: Scharfe Bilder mit der richtigen Helligkeit und Farbwiedergabe. Autofokus (=Schärfe)In der Vollautomatik versucht die Kamera, bewegte Motive zu erkennen und entscheidet selbst, ob sie nur einmalig fokussiert oder die Schärfe kontinuierlich nachführt.
Mit einem Knopf zur Autofokus-Steuerung kann man stattdessen ausdrücklich eine einmalige Fokussierung oder eine laufende Nachführung der Schärfe anordnen.
Belichtung (=Helligkeit)Ein weiterer Knopf für die Belichtungssteuerung erlaubt die direkte Auswahl von Zeitautomatik, Blendenautomatik und manueller Steuerung anstelle der Programmautomatik. Ein anderer eigener, ebenfalls leicht erreichbarer Knopf ermöglicht das sofortige Einstellen von Belichtungskorrekturen, ohne die Finger zu verrenken. Weißabgleich (=Farbwiedergabe)Der dritte grundlegende Knopf für die manuelle Steuerung erlaubt, anstelle des automatischen Weißabgleichs manuell verschiedene Lichtsituationen (Wolken, Schatten, Glühlampe etc.) einzustellen oder einen manuellen Weißabgleich vorzunehmen sowie eine Feinsteuerung für etwas wärmere oder kühlere Farben. BlitzsteuerungFür die Blitzsteuerung gibt es einen weiteren Knopf an der Vorderseite, knapp unter dem eingebauten Blitz mit einer Bedienung wie bei der Nikon D90: Beim Drücken klappt das interne Blitzgerät aus und solange die Taste gedrückt ist, lässt sich mit dem hinteren Einstellrad die Blitzsynchronisation und mit dem vorderen die Blitzbelichtungskorrektur einstellen. MotivprogrammeGibt es nicht. Stattdessen liegt für Einsteiger eine überraschend kurze und knappe Broschüre bei, die eine Handvoll Grundbegriffe der Fotografie erklärt, mit denen sich ja alle Motivprogramme leicht nachbilden lassen – mehr braucht man dazu wirklich nicht.
Individuelle KonfigurationenDies ist eine Funktion, von der ich nicht verstehe, weshalb sie nirgendwo zu finden ist:
Drückt man den oben erwähnten Knopf zum Zurücksetzen zur Vollautomatik, lassen sich durch gleichzeitiges Drehen an einem Einstellrad die verschiedenen gespeicherten Konfigurationen anstelle der einfachen Vollautomatik aufrufen.
Bedienung für die BildwiedergabeHierfür genügen vier Knöpfe:
Was sonst braucht man noch für die Bildwiedergabe? Na gut, die Anzeige von Aufnahmeinformationen, Histogramm etc. natürlich. Durch diese Ansichten kann man mit dem vorderen Einstellrad blättern (das hintere blättert zum nächsten oder vorigen Bild, da es ja keine Richtungstasten gibt). Aber das war's dann auch. MenüsAuch die Menüs folgen dem Prinzip der Einfachheit, ohne sich aber der ausgefeilten Möglichkeiten heutiger Elektronik zu verweigern – durch zwei separate Menüknöpfe anstelle von einem: Häufig benutzte MenüsHäufig benutzte Einstellungen sind durch einen eigenen Menüknopf aufrufbar und die anschließend angezeigten Menüpunkte passen alle auf den großen Kamera-Monitor, ohne auf- und abblättern zu müssen.
Meine Kandidaten für die Aufnahme in diesem Menü sind:
Hier lässt sich sicher noch etwas nachbessern, aber das Konzept von einem eigenen, übersichtlichen Menü für alle häufiger benutzten Einstellungen sollte nicht aufgeweicht werden. Einmalig oder selten verwendete MenüsÜber einen zweiten Menüknopf lässt sich ein anderes, größeres Menü erreichen, in dem alle Einstellungen geparkt sind, die man typischerweise nur einmalig oder selten vornimmt.
Auslöse- und Schärfepriorität für den Autofokus, Schrittweiten für die Einstellung von Belichtungsänderungen, nach welcher Zeit der Nichtbenutzung sich die Kamera ausschaltet, Vorlaufzeit des Selbstauslösers und vieles andere würde dazugehören. Weitere Details der BedienungSicher ließe sich noch einiges ergänzen oder auch ändern, ohne das Gesamtkonzept zu verwässern.
Technische DatenDieses Kapitel kommt bewusst am Ende, da in den technischen Daten schon lange nicht mehr das Hauptproblem für die Entwicklung einer guten Kamera liegt. Megapixel ? Hat meine perfekte Digitalkamera auch ... ;-). Aber wenn Sie schon mehr auf dieser Webseite gelesen haben, wissen Sie ja, dass es darauf nicht ankommt. Zehn wären OK, zwölf dürften es auch sein, acht wären akzeptabel, wenn dafür alles andere in Erfüllung ginge.
Autofokus, Verarbeitungsgeschwindigkeit und vieles andere dürften einfach so bleiben wie es bei einer modernen digitalen Spiegelreflex der Fall ist (erneut würde mir z.B. die Nikon D90 oder die D300 als Maßstab genügen).
ZusammenfassungSie haben eine Beschreibung einer digitalen Spiegelreflexkamera gelesen, die versucht, sich über klare Bedienung und Konzentration auf das Wesentliche von anderen abzusetzen.
Grundgedanken sind:
Und zu guter Letzt noch ein Bonbon: Meine perfekte Digitalkamera würde zusammen mit meinem perfekten Bildbearbeitungsprogramm geliefert... darüber bei Gelegenheit mehr. © Copyright 2009 kompendium-digitalfotografie.de, Martin Schneider. |
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