Willkommen im Kompendium Digitalfotografie

Die verschiedenen Typen von Digitalkamera-Benutzern

Worum es geht

Diese Seite gehört zum ersten Teil eines Leitfadens für die Auswahl von Digitalkameras.

Er beantwortet die Frage „welche Kamera passt zu wem?“ in drei Schritten:

  • zunächst mit einer selbst entworfenen Einteilung der Käufer von Digitalkameras (diese Seite)
  • dann mit einer Einteilung der Digitalkameras in verschiedene Kategorien
    (Klicken sie hier, um direkt dorthin zu gelangen)
  • und schließlich mit einer Zuordnung welche Arten von Digitalkameras für welchen Benutzertyp geeignet sind.
    (Klicken sie hier, um direkt dorthin zu gelangen)

Das ermöglicht eine grobe Eingrenzung der in Frage kommenden Digitalkameras.

Der zweite Teil wird dann helfen, die Auswahl im Detail zu unterstützen, indem in der Vielzahl der technischen Details wirklich relevante hervorgehoben werden und Kameraübersichten folgen, die vor allem die Unterschiede der einzelnen Modelle leicht erkennbar machen.

Die verschiedenen Typen von Digitalkamera-Benutzern im Überblick

Ich unterscheide die Benutzer von Digitalkameras nach zwei Hauptkriterien, die beim Fotografieren gleichermaßen wichtig sind:

  • wieviel Aufmerksamkeit sie der Bildgestaltung widmen und
  • wieweit sie sich mit der Technik ihrer Kamera vertraut machen und diese auch beim Fotografieren bewusst einsetzen.

Je nachdem, ob diese Merkmale stark oder schwach ausgeprägt sind, ergeben sich vier Typen von Digitalkamera-Benutzern:
Typen von Digitalkamera-Benutzern
Die einzelnen Bezeichnungen sind bewußt als Extremwerte in die Ecken geschrieben, natürlich gibt es dazwischen viele Abstufungen und Mischformen, die durch die Farbverläufe angedeutet werden.

Die einzelnen Typen genauer erklärt

Der „Knipser“: Der Knipser möchte sich möglichst wenig mit der Technik der Kamera auseinandersetzen und fotografiert möglichst bequem, was ihm gerade gefällt und ohne sich lange Gedanken über die Bildgestaltung zu machen.
Der englische Ausdruck „point and shoot“, frei übersetzt mit „draufhalten und abdrücken“ trifft sein Verhalten am besten.

Der „Technik-Freak“: Der Technik-Freak kennt alle technischen Details seiner Kamera und überlegt beim Fotografieren gerne, mit welchen Kniffen er aus einer Aufnahme noch etwas mehr herausholen könnte. Er ist auch stets über neue Kameramodelle und deren Daten informiert, die Technik fasziniert ihn mehr als ästhetische Aspekte des Fotografierens.
Das bringt mit sich, dass der Technik-Freak nicht unbedingt bessere Bilder macht als ein Knipser. Seine Fotos mögen weniger Fehlbelichtungen haben, weniger Rauschen haben etc. - aber wenn er trotzdem durchschnittliche Motive fotografiert und kaum Gedanken auf die Bildgestaltung verwendet, werden die Ergebnisse wegen der Bildinhalte trotzdem nur durchschnittlich sein.

Der „Fotografierer“: Der Fotografierer ist jemand, der bewußt darauf achtet, wie ein Bild gestaltet ist und versucht, bewußt darauf Einfluß zu nehmen.
Er läuft z. B. gerne ein paar Schritte, um einen besseren Blickwinkel zu bekommen oder wartet geduldig auf den Moment mit dem richtigen Gesichtsausdruck, wenn er Personen fotografiert.
Er betrachtet auch seine Fotos aufmerksamer als der Knipser oder Technik-Freak, um bewußt wahrzunehmen, weshalb ein Foto attraktiv oder langweilig wird, und um daraus zu lernen.
Dabei interessiert ihn die Kamera-Technik aber wenig, er verläßt sich vor allem auf die Kamera-Automatik und spielt nur wenig mit einzelnen Einstellungsmöglichkeiten herum.
Die Bilder werden interessanter als die des Technik-Freaks und natürlich auch des Knipsers; moderne Digitalkameras liefern in den meisten Situationen vollautomatisch brauchbare oder sogar sehr gute Bilder und die Bildgestaltung ist weitaus wichtiger für ansprechende, interessante Fotos.

Der „Fotograf“: Der Fotograf setzt sich bewußt mit der Bildgestaltung auseinander und ist ebenso versiert, was die technischen Möglichkeiten und Einstellungen seiner Kamera angeht.
Dabei unterscheide ich bewußt nicht zwischen Hobby- und Profifotografen. Der Unterschied zwischen beiden liegt darin, dass Profifotografen mit der Fotografie hauptberuflich Geld verdienen, nicht dass sie bessere Bilder machen. Es gibt sehr wohl ambitionierte Hobbyfotografen, die Bilder „professioneller“ Qualität machen.
In der Bandbreite von Einsteigern und „Urlaubs- und Sonntagsfotografen“ bis zu sehr anspruchsvollen und kreativen Fotografen, die außergewöhnliche Bilder erschaffen, liegt ein weites Feld. Die ernsthafte Beschäftigung mit sowohl technischen als auch ästhetischen Aspekten ist aber allen Ausprägungen der „Fotografen“ gemeinsam und hebt sie von den anderen drei Typen ab.

Man könnte noch ganz rechts im Bild einen „Künstler“ ergänzen. Der Künstler wird kaum Artikel wie diesen lesen, soll aber der Vollständigkeit erwähnt werden. Ihn zeichnet aus, dass er gegenüber den anderen Typen sich noch weit mehr auf die Bildgestaltung konzentriert - sei es durch ein besonderes Talent, intuitiv besonders ästhetische Bilder zu machen oder durch viel Aufwand + Geduld (oder alles zusammen).
Wo die Grenze zwischen den „Fotografierern“ und „Fotografen“ einerseits und den Künstlern andererseits liegt, mag jeder selbst entscheiden.
Im Idealfall ist der Künstler jemand, der auch alle technischen Kniffe im Schlaf beherrscht, um sie wie selbstverständlich für bessere Bilder nutzen zu können.
Es kann aber genausogut jemand sein, der „nur“ besonders ästhetische Motive sucht oder schafft (was eigentlich das schwerste ist), um sie dann ohne viel technisches Hintergrundwissen mit einer guten Kamera und deren Vollautomatik zu fotografieren.

Wichtig ist dabei noch, dass keiner der genannten Typen von vornherein „besser“ oder „schlechter“ als ein anderer ist und keiner sollte in irgendeiner Weise abfällig betrachtet werden.
Die unterschiedlichen Typen sind nunmal Spiegelbild unterschiedlicher Interessen und Neigungen der Menschen, die immer bestehen werden.
Und dieses Kompendium zur Digitalfotografie wendet sich an alle Typen, die hoffentlich jeder für sich Nützliches und Interessantes finden werden - so auch in diesem Einstieg in die Kaufberatung.

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