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ISO-Empfindlichkeit

Was ist die „ISO-Empfindlichkeit“ ?

Die ISO-Empfindlichkeit ist ein Maß für die Lichtempfindlichkeit des Bildsensors einer Digitalkamera (bzw. des Films in der analogen Fotografie).
Hohe Empfindlichkeiten bedeuten, dass weniger Licht ausreicht, um helle Punkte im fertigen Bild zu erhalten.

Die Angabe der Empfindlichkeit in ISO ist ein Standard, den die Digitalfotografie von der analogen Fotografie übernommen hat. Dort gibt es verschiedene Methoden, um die Lichtempfindlichkeit von Filmen in Zahlen zu beschreiben, eine davon ist die internationale, mit ISO bezeichnete Norm. Dabei steht „ISO“ eigentlich nur für die international übliche Abkürzung der Organisation, die diesen Standard festgelegt hat und ist keine spezielle Abkürzung aus der Fotografie.

Üblich ist eine knappe Angabe wie z.B. „ISO 100“. Auf Filmdosen oder -schachteln findet man noch die vollständige Angabe wie z.B. „ISO 100 / 21°“, in die Digitalfotografie hat sich nur die erste Zahl hinüberretten können.
(Hintergrund: Die ISO-Angabe kombiniert lediglich zwei verschiedene Angaben der Filmempfindlichkeit – die amerikanische ASA- und die deutsche DIN-Norm – um eine international verständliche Beschriftung zu ermöglichen. Aus „100 ASA / 21° DIN“ wurde „ISO 100 / 21°“ und das knappere „ISO 100“ hat sich dann durchgesetzt.)

In der analogen Fotografie wurden unterschiedliche Empfindlichkeiten durch unterschiedliche chemische Zusammensetzungen der Filme erreicht; in der Digitalfotografie werden die aus der analogen Fotografie bekannten Empfindlichkeiten durch unterschiedliche Verstärkung der Signale vom Bildsensor nachgebildet.
Daher ist die ISO-Empfindlichkeit in der Digitalfotografie eine Einstellung, die sich mit jeder Aufnahme variieren lässt – eine Umgewöhnung und ein Vorteil gegenüber der analogen Fotografie, wo zur Auswahl einer anderen Empfindlichkeit ein Filmwechsel erforderlich war.

Die gängigen ISO-Werte

Ausgehend vom Standardwert 100 erhält man alle weiteren ISO-Werte durch Halbierung oder Verdoppelung:
50 - 100 - 200 - 400 - 800 - 1600 - 3200 - 6400

Es gilt wie bei der Blende und Belichtungszeit, dass die Skala der ISO-Angaben in Lichtwerten abgestuft ist. Jede ISO-Empfindlichkeit in der Reihe benötigt die halbe Menge Licht wie die vorige und kann also mit der halben Belichtungszeit oder nächst kleineren Blende (=nächst größeren Blendenzahl) belichtet werden, um die gleiche Helligkeit im fertigen Foto zu erreichen.

ISO-Empfindlichkeiten unter 100 (50, 25) sind nur für wenige Filme von Bedeutung und spielen in der Digitalfotografie keine Rolle.
Moderne digitale Spiegelreflex-Kameras mit Vollformat-Sensor gehen sogar über diese Skala hinaus bis zu ISO 25600 (also zwei Lichtwerte mehr als ISO 6400).
Wie bei der Belichtungszeit und Blende gibt es auch bei der ISO-Empfindlichkeit Zwischenwerte, die die Tabelle nicht zeigt.

Die praktische Bedeutung der ISO-Empfindlichkeit

Die ISO-Empfindlichkeit ergibt zunächst zusammen mit der Blende und der Belichtungszeit die Belichtung eines Fotos. Sie kann also bewusst eingesetzt werden, um gewünschte Belichtungszeiten und Blenden zu erreichen – am wichtigsten ist sicher der Fall, dass eine höhere ISO-Empfindlichkeit die Belichtungszeit verkürzen soll, um ein Verwackeln des Bildes zu verhindern.

Zum zweiten gibt es einen einfachen, wichtigen Zusammenhang mit der Bildqualität: Je höher die ISO-Empfindlichkeit, um so höher ist das Bildrauschen bei Digitalkameras und um so schlechter die Bildqualität.
Bei welchen Empfindlichkeiten dieses Bildrauschen sichtbar und damit störend wird, ist von Kamera zu Kamera unterschiedlich und wesentlich von der Größe des Bildsensors abhängig. Hier haben die kleinen Kompaktkameras ihren größten Qualitätsnachteil gegenüber größeren Kameras, insbesondere den Spiegelreflexkameras. Mitunter versuchen die Kompaktkameras diesen Nachteil durch eine höhere nachträgliche Rauschunterdrückung zu vermindern, aber dadurch gehen Bilddetails verloren und die Bilder wirken schwammig und unscharf – nicht wirklich besser.
Und die hochpreisigen Spiegelreflexkameras mit Vollformatsensor haben im niedrigeren Rauschen insbesondere bei höheren Empfindlichkeiten ihren wichtigsten Vorteil in der sichtbaren Bildqualität gegenüber ihren kleineren und preiswerteren Artgenossen.

Man kann also eine einfache Empfehlung aufstellen: einfach stets mit einer möglichst niedrigen ISO-Empfindlichkeit zu fotografieren und sie nur dann höher zu wählen, wenn es für kleinere Blenden und insbesondere kürzere Belichtungszeiten wirklich nötig ist.