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Mein wichtigster Tipp zur Bildgestaltung: Geben Sie jedem Bild ein ThemaDer TippAm Anfang eines Bildes sollte stehen, dass Sie sich bewusst machen, was Ihr Bild eigentlich ausdrücken soll. Davon wird abhängen, welche von den vielen Möglichkeiten, ein und dasselbe Motiv aufzunehmen, Sie wählen – aus der Nähe oder aus der Ferne, mit welchem Hintergrund, welcher Bildteil scharf erscheinen sollte und und und. Dieser Tipp gibt Ihren Überlegungen, wie Sie ein Bild gestalten, ein Ziel und vermeidet, dass Sie bei einem schönen Motiv aufs Geratewohl eher zufällig schöne Bilder produzieren; er wird helfen, weniger und bessere Bilder zu fotografieren.
Zur Motivation ein plakatives Beispiel vorweg: Sie sehen rechts eine Rose, die noch blühte, als der erste Schnee fiel; ordentlich von oben bis unten fotografiert.
Beachten Sie, dass die Blüte aber auch nicht alleine bildfüllend aufgenommen ist. Natürlich lässt sich durch eine weitere Reduktion nur auf die rote Blüte mit etwas weißem Schnee auch ein schönes Bild machen, aber hier erschien etwas mehr Umfeld angebracht, das den winterlichen Eindruck verstärkt und auch im Hintergrund das bevorstehende Verblühen anklingen lässt, welches man durchaus auch als Thema in diesem Bild sehen kann. Praktische Anwendung in einer alltäglichen Situation: Eine GrillpartyNehmen wir eine häufige Situation, in der üblicherweise mehr oder weniger zufällige Schnappschüsse „geknipst“ werden, zur weiteren Verdeutlichung: eine Grillparty im Sommer.
Die Liste ließe sich fortsetzen, der Grundgedanke würde der selbe bleiben: Entscheiden Sie sich, was im Mittelpunkt stehen, was die Aussage des Bildes sein soll. Dann können Sie überlegen, wie Sie dies am besten zum Ausdruck bringen. Das erfordert nicht zwangsläufig viel Aufwand; bereits mit einfachsten, aber bewusst eingesetzten Mitteln wie Standpunkt, Blickrichtung, Konzentration auf den richtigen Moment, Einsatz von Weitwinkel- oder Tele-Brennweite machen Sie einen wichtigen Schritt hin zu besseren Fotos und weg von der Masse an allgegenwärtigen Schnappschüssen. Alle weiteren Tipps und Tricks sind letztlich nur Hilfsmittel, dieses Ziel zu erreichen. Sie können eine Hilfe und Anregung sein, vieles erschließt sich aber durch aktives Beobachten und diesen grundlegenden ersten Tipp „Geben Sie Ihrem Bild ein Thema“ auch von alleine.
Veranschaulichung mit Beispielbildern: Wanderung auf dem VulkanZur Veranschaulichung folgen in diesem Abschnitt Beispielbilder, die auf dem Gipfel des Teide entstanden sind – einem Vulkan auf Teneriffa, der sich mehr als tausend Meter über der umliegenden Ebene, dem Boden einer Kraterlandschaft erhebt. Es ist schwierig, dort wirklich schlechte Fotos zu machen, wenn Sie sich bei guter Witterung auf dem über dreitausend Meter hohen Gipfel befinden. Sie haben eher die Qual der Wahl, bei der dieser erste Tipp zur Bildgestaltung ebenfalls hilft.
Beginnen wir mit dem Offensichtlichen: der Weite der Ebene, aus der sich der Vulkan erhebt und die große Höhe, in die der Vulkan aufragt. Die Frage, wie Sie beides in einem Foto zum Ausdruck bringen, braucht etwas Nachdenken, wenn Sie es nicht bereits aus Erfahrung intuitiv anwenden: Ein Größenunterschied zwischen einem Vordergrund in geringer Entfernung und dem viel kleiner abgebildeten Hintergrund veranschaulicht große Entfernungen. Eine andere Möglichkeit ist, Gegenstände einzubeziehen, deren Größe bekannt ist und die auf Ihrem Bild winzig erscheinen – eine Straße, eine Person, ein Auto etc. damit das Auge einen Größenvergleich hat. Die beiden Bilder rechts haben einen ähnlichen Bildaufbau mit einem deutlich erkennbaren Vordergrund und der so viel tiefer liegenden Ebene dahinter. Im oberen Bild nimmt die Ebene aber weniger Fläche ein und es fängt dafür das dahinterliegende blaue Meer und den Himmel besser ein als das zweite, durch das sich eine im Gegenlicht glänzende Straße schlängelt. Betrachten Sie beide eine Weile; wahrscheinlich wird der Blick beim ersten Bild zwischen Vordergrund, Bergen und Himmel hin- und herspringen, während er beim zweiten eher entlang der Straße vor- und zurück gleitet und viel mehr den Eindruck vermittelt, wirklich hoch über der weitläufigen Ebene zu stehen. Und zusätzlicher Hintergrund wie im oberen Bild würde von dieser Bildaussage eher nur ablenken.
Ein anderer ins Auge springender Eindruck sind die rauen Lavasteine, die zahllos über den Vulkan verstreut sind. Vergleichen Sie dazu die beiden nebenstehenden Bilder: Beide haben die intensiv braunen Lavabrocken deutlich im Vordergrund, das zweite Bild hat aber keine anderen Berge und Wolken im Hintergrund, lediglich den blauen Himmel, der einen willkommenen Farbkontrast bildet. Auch das erste Bild ist zweifellos ansprechend, es mischt aber verschiedene Bildelemente – steiniger Vordergrund, ein kleiner Blick in die dahinterliegende Ebene, Wolken, Meer und Himmel. Das zweite hat dagegen ein viel klareres Thema und vermittelt stärker das Erlebnis, etwas Ungewöhnliches zu sehen – ein Geröllfeld, soweit der Blick reicht und einen starken Farbkontrast.
Zu guter Letzt: Das unvermeidliche Erinnerungsfoto, das natürlich nicht als 08-15-Bild in einer Reihe mit Fotos wie „ich und der Eiffelturm“, „ich und das Brandenburger Tor“ etc. stehen soll. Die Wanderung durch das Lavageröll und über den Wolken war ein Erlebnis und die Gelegenheit, dies einzufangen, ergab sich, als die Familie etwas vorausgegangen und von hinten zu sehen war (eine Situation, die sich Ihnen als fotografierender Zeitgenosse bei Familienwanderungen häufiger bieten wird ;-) ). Die Personen sind sehr klein am Rand, aber klar erkennbar und die Aussage des Bildes ist viel mehr als ein „wir waren oben“: Es kommt klar das Besondere dieser kurzen Wanderung durch kantiges Lavagestein und über den Wolken zum Ausdruck. Auch wenn dies ein in Sekunden entstandener Schnappschuss ist, sind bewusst die Elemente, die an der Aussicht besonders waren und gerade genau im Bild lagen, großflächig und damit für den Betrachter sofort ins Auge springend aufgenommen. ZusammenfassungGeben Sie Ihren Bildern ein klares Thema, indem Sie sich fragen, was an einem Motiv eigentlich besonders ist und dann versuchen, dieses klar und deutlich herauszuarbeiten. Das ist oft leichter gesagt als getan – aber probieren Sie es ruhig, es wird sich lohnen. Und wenn Sie sich am Anfang damit schwer tun, versuchen Sie, nachträglich aus einer Reihe ähnlicher Bilder vom selben Motiv die besten herauszufischen und fragen Sie sich, warum Sie welche Fotos attraktiver finden – wahrscheinlich werden Sie feststellen, dass es diejenigen mit einem klaren Thema und wenig ablenkendem Beiwerk sind. Auf diese Weise können Sie viel für Ihre nächsten Bilder lernen.
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