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Die Belichtungszeit in der Digitalfotografie

Worum es geht

Dieser Grundlagenartikel erklärt:

  • was die Belichtungszeit in der Digitalfotografie bedeutet
  • wie die von einer Kamera verwendeten Belichtungszeiten zustande kommen
  • welche praktische Bedeutung die Belichtungszeit bei der Fotografie hat.

Was ist die Belichtungszeit?

Die Belichtungszeit ist die Zeit, für die zur Belichtung eines Fotos Licht auf den Sensor einer Digitalkamera (oder auf den Film einer analogen Kamera) fällt.

Sie wird in Sekunden angegeben, wobei oft Belichtungszeiten von unter einer Sekunde als Kehrwert angegeben werden: Zum Beispiel eine einfache 60 für 1 ⁄ 60 Sekunde.
Ganze Sekunden werden zur Unterscheidung mit der Kennzeichnung “ angezeigt, also z.B. 1“ für eine Sekunde.

Die bei Digitalkameras üblichen Belichtungszeiten

Wie bei der Blende und Belichtung erfolgen Änderungen der Belichtungszeit in Lichtwerten, also durch wiederholte Verdoppelung oder Halbierung.
Die sich daraus ergebende Reihe von Belichtungszeiten wird leicht gerundet, so dass sich leichter zu merkende Zahlen ergeben (auch wenn Kameras tatsächlich die exakten, leicht abweichenden Werte verwenden):

30 “
15 “
8 “
4 “
2 “
1 “
1 ⁄ 2
1 ⁄ 4
1 ⁄ 8
1 ⁄ 15
1 ⁄ 30
1 ⁄ 60
1 ⁄ 125
1 ⁄ 250
1 ⁄ 500

1 ⁄ 1000
1 ⁄ 2000
1 ⁄ 4000

Die obersten und untersten Werte sind Extreme für Fotografie bei Nacht oder sehr hellem Licht und mit großer Blende. Die häufigsten Belichtungszeiten liegen meiner Erfahrung nach im hervorgehobenen Bereich zwischen 1 ⁄ 15 und 1 ⁄ 500 Sekunde.

Die praktische Bedeutung der Belichtungszeit

Die Belichtungszeit ist zunächst entscheidend für die Belichtung – zusammen mit der Blende und ISO-Empfindlichkeit.

Wie auch die Blende wird die Belichtungszeit bei Kompaktkameras üblicherweise nicht angezeigt. Die Kameras geben aber zumindest ein Warnsignal, wenn durch zu lange Belichtungszeiten eine Verwacklungsgefahr droht. Bei Bridge-Kameras und Spiegelreflexkameras wird die Belichtungszeit im Sucher bzw. Display wie oben beschrieben angezeigt. Es lohnt sich dann, sie auf Grund folgender praktischer Auswirkungen routinemäßig im Blick zu haben:

  • Verwacklungsgefahr: Zu lange Belichtungszeiten bringen ohne die Verwendung eines Stativs Gefahr von Bildunschärfen, da sich während der Belichtungszeit die freihändig gehaltene Kamera bewegt.
    Die Verwacklungsgefahr ist abhängig von der Brennweite – Teleobjektive zeigen einen kleineren Bildausschnitt und verwackeln leichter als Weitwinkelobjektive, wie man schon beim Blick durch den Sucher leicht feststellen kann.
    Eine alte Faustregel besagt, dass die Belichtungszeit höchstens den Kehrwert der Brennweite betragen sollte – also z.B. 1 ⁄ 30 s oder kürzer bei 30 mm, 1 ⁄ 300 s oder kürzer bei 300 mm. Diese stammt aber noch aus Zeiten der analogen Fotografie ohne Verwackelungsschutz, der durch Bewegung der Linsen
  • Bewegungsunschärfe: Bei zu langen Belichtungszeiten kann ein verwischtes Bild dadurch entstehen, dass sich das Motiv bewegt. Es ist natürlich vom Motiv abhängig, ab welcher Belichtungszeit eine Bewegungsunschärfe auftritt.