Ausgewählte Praxis-Tipps zur Nikon D200
Worum es geht: den bei modernen, hochentwickelten Blitzsystemen verwendeten Vorblitz zu vermeiden, der dafür sorgt, daß man perfekt belichtete Blitzaufnahmen von mitunter sehr unvorteilhaften Gesichtsausdrücken erhält, da einige Personen zuverlässig die Augen zusammenkneifen.
Zum Hintergrund: Ein Nachteil der modernen Bitzsysteme bei der D200 (und bei anderen Kameras) ist, daß die Kamera zunächst einen Meßblitz aussendet, um die korrekte Belichtung zu ermitteln. Erst Sekundenbruchteile später löst die Kamera aus und blitzt dann ein zweites Mal für die eigentliche Aufnahme.
Der Vorblitz reicht jedoch bei manchen Personen aus, um reflexartig mit den Augen zu blinzeln, und zwar so schnell, daß die Augen auf dem Foto sehr unvorteilhaft halb oder gar ganz geschlossen sind. Dies ist individuell verschieden, aber wer für diesen Vorblitz empfindlich ist, wird zuverlässig bei jeder Aufnahme die Augen zusammenkneifen.
Die gute alte TTL-Belichtungsmessung, die ohne Vorblitz auskam und dieses Problem nicht kannte, steht leider nicht mehr zur Verfügung.
Abhilfe bietet bei der D200 die programmierbare "FUNC"-Taste; dies ist der untere der beiden nicht beschrifteten Knöpfe zwischen Objektiv und Auslöser, der für den kleinen Finger oder Ringfinger der rechten Hand gut zugänglich ist, ohne die Kamera vom Auge zu nehmen.
gehört eine Funktion, die sofort verfügbar sein soll, um kein Bild zu verpassen. Und die "FV-Meßwertspeicher" genannte Standardeinstellung ist meiner Meinung nach die einzig sinnvolle Wahl.
Der Praxis-Tipp - So vermeiden Sie das unvorteilhafte Blinzeln bei Blitzaufnahmen:
- Vorab die Belegung der FUNC-Taste überprüfen: In dem Menü "Individualfunktionen" den Punkt "f Bedienelemente" auswählen, dann "f4 FUNC-Taste"
Falls nicht bereits ausgewählt, den ersten Eintrag "FV-Meßwertspeicher" auswählen und bestätigen.
- Vor einer Blitzaufnahme durch Andrücken des Auslösers fokussieren und dann die FUNC-Taste drücken.
Die D200 sendet einen Blitz zur Belichtungsmessung aus.
Das vorherige Fokussieren ist wichtig für eine korrekte Belichtungsmessung!
- Alle folgenden Aufnahmen werden ohne Vorblitz mit der gleichen Blitzstärke und Belichtung gemacht, bis die FUNC-Taste erneut gedrückt wird.
Dieser Zustand wird im Sucher durch ein Symbol mit einem Blitz und "L" links im Sucher (L für "Lock") angezeigt sowie ein Blitzsymbol und den Text "LOCK" links oben im Sucher.
- Nicht vergessen: Wenn sich die Aufnahmesituation ändert, die FUNC-Taste erneut drücken (Anzeigen im Sucher und auf dem Display verschwinden), sonst werden Folgebilder möglicherweise komplett falsch belichtet.
(Ein Beispiel dafür, daß eine anspruchsvolle Kamera wie die D200 durch Bedienungsfehler durchaus schlechtere Bilder machen kann als eine vollautomatische 0815-Kamera.)
Mein empfohlener Ablauf, um Personenbilder mit Blitz zu machen, ist:
- Aufnahmesituation erfassen, Bildausschnitt einstellen und fokussieren
- dann schnell die FUNC-Taste drücken und nur noch auf den richtigen Moment zum Auslösen konzentrieren
- Aufnahme(n) machen
- sobald die Aufnahmesituation sich ändert: FUNC-Taste erneut drücken und weiter Ausschau nach neuen Aufnahmen halten.
Und: routinemäßig die Sucheranzeigen während des Fotografierens überfliegen, auch wenn es mal hektisch wird! Das läßt nicht nur eine irrtümlich noch aktive Blitz-Belichtungsspeicherung erkennen, sondern auch andere Einstellungen von früheren Aufnahmen (z.B. Belichtungskorrekturen), die spätere Bilder beeinträchtigen können.
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Worum es geht: Daß der automatische Weißabgleich der D200 mitunter zu kühle Farben produziert, ist besonders bei Personenaufnahmen wichtig. Wer den Unterschied ein paar Mal bewußt beobachtet und verglichen hat, wird Aufnahmen als leichenblaß wahrnehmen, bei denen dem ungeübten Auge nichts Besonders auffällt. Und umgekehrt werden Bilder mit dem passenden Weißabgleich für wärmere Farben sorgen, bei denen der ungeübte Betrachter unbewußt denkt "das ist ja ein gutes Foto", ohne genau sagen zu können, was hier anders ist.
Für andere Motive gilt das natürlich auch, nur hängt es vom Motiv ab, wie stark die Bildwirkung beeinträchtigt wird.
Zum Hintergrund: Der korrekte Weißabgleich ist natürlich ein wichtiges Thema für alle Digitalkameras, jeder Fotograf muß die Farbwiedergabe seiner Kamera kennen und ggf. eingreifen.
Hier sind meine D200-spezifischen Erfahrungen zu diesem Thema:
Tendenziell liefert die Nikon D200 meistens etwas warme und für meinen Geschmack sehr angenehme Farben, sofern man den Weißabgleich manuell einstellt und mitunter zu kühle beim automatischen Weißabgleich.
Ich weiß nicht, weshalb dieser für die Bildwirkung so wichtige Aspekt in zahllosen Testberichten und Artikeln nicht herausgestellt wird. Ich habe auch Testberichte gelesen, die beim Weißabgleich zu einer anderen Bewertung kamen, aber das Nachfolgende ist nun mal meine Erfahrung, die ich immer wieder bestätigt gefunden habe.
Zur Veranschaulichung habe ich auch einige ausführliche Beispiele zum Weißabgleich bereitgestellt.
Für die wichtigsten Lichtquellen gilt:
- Bei Sonnenschein ist alles unproblematisch - satte, strahlende Farben und praktisch identische Ergebnisse mit automatischem Weißabgleich, manueller Auswahl "Sonne" oder Weißabgleich mit Graukarte
- Im Schatten liefert die D200 mit automatischem Weißabgleich (wie die meisten Kameras) zu kühle Farben.
Einstellung des Weißabgleich auf "Schatten" liefert deutlich bessere Ergebnisse, am besten ist aber der Weißabgleich per Graukarte.
Wenn nicht die Gelegenheit ist, den Abgleich mit einer Graukarte durchzuführen, ist es am besten, mit Weißabgleich "Schatten" zu fotografieren und bei Bedarf in der Bildbearbeitung etwas nachzuhelfen.
Bei bewölktem Himmel gilt das gleiche wie im Schatten, nur daß die Farbunterschiede gegenüber Automatik und manueller Einstellung etwas geringer ausfallen.
- Bei künstlichem Glühbirnenlicht ist der automatische Weißabgleich zu warm, die Bilder werden gelbstichig.
Auch hier gilt: Deutlich bessere Ergebnisse mit manuellem Weißabgleich, eingestellt auf das Glühbirnen-Symbol, beste Ergebnisse liefert aber der Abgleich mit Graukarte.
Und für alle Situationen gilt (für die D200 wie für andere Kameras):
- Vorher nachdenken spart nicht nur Arbeit, sondern liefert auch bessere Ergebnisse!
Ein deutlicher Farbstich läßt sich eben nicht oder nur schwer vollständig korrigieren und die (vermeintlich) bequeme Denkweise "das mach' ich dann hinterher in Ruhe am Rechner" macht unter dem Strich mehr Arbeit.
- Alles oben gesagte gilt natürlich nur, wenn man möglichst direkt aus der Kamera gute Ergebnisse im JPG-Format haben möchte.
Wer RAW fotografiert, hat nachträglich die volle Freiheit bezüglich des Weißabgleichs.
Ich bevorzuge fast immer JPG, die durch geeignete Kameraeinstellungen direkt aus der Kamera gute Qualität haben sollten.
Unsicherheiten bei der Einschätzung der Lichtverhältnisse sind einer der wenigen Gründe, daß ich ab und zu doch RAW erstelle, wenn es wirklich auf gute Ergebnisse ankommt und ich auf Nummer sicher gehen möchte. Aber "RAW oder JPG" ist wieder ein eigenes Thema für sich.
Der Praxis-Tipp: Benutzen Sie aktiv die Optionen zur manuellen Weißabgleich-Einstellung!
- Benutzen Sie manuellen Weißabgleich vor allem bei Außenaufnahmen im Schatten, Innenaufnahmen ohne Blitz bei Glühbirnenlicht und (nicht ganz so gravierend) bei Außenaufnahmen bei bewölktem Himmel:
- den Knopf "WB" links auf der Kamera drücken und halten
- gleichzeitig das hintere Einstellrad drehen, bis das WB-Symbol unten im Display
anstelle von "A" die gewünschte Lichtquelle anzeigt.
- Wenn es auf gute Qualität ankommt, nehmen Sie sich die paar Sekunden für einen Weißabgleich mit einer Graukarte oder (geht meist genauso gut) einem anderen neutral weißen Objekt: ein weißer Teller, ein Blatt Papier, ein weißes Hemd ...
- den Weißabgleich wie zuvor verstellen, bis ganz rechts im Display das Symbol "PRE" erscheint
- den Knopf "WB" links auf der Kamera erneut drücken und halten, bis im Display die Anzeige "Pre" blinkt
- das Objektiv auf die graue oder weiße Fläche halten und auslösen.
Dabei wird keine Aufnahme gemacht, sondern nur der Weißabgleich eingestellt. Hinterher die Sucheranzeige kontrollieren, es erscheint kurz die Bestätigung "good" auf dem Display, wenn der Abgleich erfolgreich war.
- Wenn Sie immer noch nicht überzeugt sind: Machen Sie selbst direkte Vergleichsaufnahmen, am besten von Personen. Lassen Sie die mit manuellem Weißabgleich erstellten Bilder am PC eine Weile auf sich wirken und wechseln Sie dann zu der Aufnahme mit automatischem Weißabgleich ...
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Worum es geht: aus der Vielzahl der D200-Menüpunkte sich ein eigenes Menü zusammenstellen, in dem nur die persönlichen "Lieblinge" und nichts anderes ohne langes Suchen verfügbar sind.
Zum Hintergrund: Die D200 ist für meinen Geschmack eine sehr durchdachte und ausgezeichnet zu bedienende Kamera, aber bei der Anordnung der einzelnen Menüpunkte komme ich auch immer wieder ins Grübeln, wo etwas zu finden ist.
Die erste Abhilfe dagegen ist, sich konsequent mit allen Knöpfen vertraut zu machen und nie die Menüs zu benutzen, wenn die selbe Einstellung schneller über Knöpfe oder Schalter am Gehäuse verfügbar ist.
Die zweite, wichtigste Erleichterung ist, das Menü "letzte" Einstellungen als individuelles Menü aufzubauen. Normalerweise werden in diesem Menü stets alle zuletzt benutzten Menüpunkte angeboten. Man kann es aber auch "einfrieren", wenn gerade die persönlichen Favoriten angezeigt werden.
Der Praxis-Tipp - mit den folgenden Schritten ein individuelles Menü aufzubauen:
- eine persönliche Liste der regelmäßig benutzen Menüpunkte aufschreiben, in der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit.
Meine Wahl ist:
- Bildoptimierung
- integriertes Blitzgerät (um den eingebauten Blitz schnell als Master für einen zweiten Blitz verwenden zu können)
- ISO-Automatik
- Blitzbelichtung
- Intervallaufnahme
- Belichtungsreihen
- Spiegelvorauslösung
Alle anderen Menüs kann ich entweder über Knöpfe am Gehäuse erreichen oder nehme die Einstellungen nur einmalig vor oder brauche sie schlicht nicht.
- Systemmenü auswählen, Eintrag "letzte Einstellungen" und den Punkt "Menü löschen" auswählen. Bestätigen.
- erneut Systemmenü und Eintrag "letzte Einstellungen" auswählen, dann "Menü fixieren" und "abbrechen"
Das Menü "letzte Einstellungen ist jetzt leer und nimmt neu aufgerufene Menüs neu in seinen Einträgen auf.
- Alle Menüpunkte der obigen Liste einmal aufrufen, und zwar der Reihe nach von unten, mit den weniger wichtigen beginnend.
Wichtig: in jedem Menü muß eine Änderung vorgenommen werden oder der aktuell eingestellte Wert erneut bestätigt werden.
Das Menü "letzte Einstellungen" füllt sich jetzt mit den persönlichen Favoriten.
- Systemmenü auswählen, Eintrag "letzte Einstellungen" und den Punkt "Menü fixieren" auswählen, dann "fixieren" und bestätigen.
Das Menü nimmt jetzt keine weiteren Einträge mehr auf, egal welche Menüs benutzt werden.
Voilà, die wirklich wichtigen Menüs sind sofort in einer persönlichen Liste für schnellen Zugriff verfügbar! Die oben genannten sieben passen sogar genau auf das Display, ohne nach unten scrollen zu müssen.
Und da beim Aufrufen des Menüs immer die zuletzt benutzten Punkte wieder angezeigt werden, wird sich in Zukunft immer sofort das Menü "letzte Einstellungen" öffnen und ein Ausflug in die kompletten, langen Menüs nur noch die große Ausnahme sein!
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Worum es geht: Eine einfache, im Handbuch nur sehr unauffällig beschriebene Einstellung kann locker die Hälfte bis zu zwei Dritteln an benötigtem Speicherplatz für Ihre Fotos sparen.
Zum Hintergrund: Zur JPEG-Komprimierung bietet die D200 die Optionen "Dateigrößenpriorität" und "optimale Bildqualität" an.
Die Unterschiede sind deutlich und ich verstehe nicht, weshalb Nikon standarmäßig den Wert "Dateigrößenpriorität" verwendet:
- "Dateigrößenpriorität" bedeutet, daß immer ca. gleich große Dateien, abhängig von der Auflösung (L/M/S) und Qualität (FINE/NORM/BASIC) erzeugt werden.
Da die JPG-Komprimierung vom Motiv abhängig ist, bedeutet dies, daß detailreiche Motive stärker komprimiert werden als solche mit vielen einfarbigen Flächen. Und man erhält für Teile seiner Bilder wahlweise zu stark komprimierte Bilder mit Qualitätsverlust (bei Qualität "BASIC") oder unnötig große Dateien (bei Qualität "FINE"). "NORM" liegt irgendwo dazwischen, ist aber mit konstanter Komprimierung genauso wenig optimal.
- "optimale Bildqualität" bedeutet, daß die D200 die erforderliche JPEG-Komprimierung in Abhängigkeit vom Motiv stärker oder schwächer einstellt.
Die folgenden JPG-Dateigrößen gibt Nikon für "Dateigrößenpriorität" an und stimmen mit meinen Erfahrungen grob überein:
| L (10 MP) | M (~5 MP) | S (~2,5 MP) |
| BASIC | 1,2 MB | 0,7 MB | 0,3 MB |
| NORM | 2,4 MB | 1,4 MB | 0,6 MB |
| FINE | 4,8 MB | 1,7 MB | 1,2 MB |
Bei den üblichen Einstellungen von 5 oder 10 MP und Qualität Normal oder fein haben wir es also mit ca. 1,5 bis knapp 5 MB je Bild zu tun.
Meine Faustregel für Dateigrößen bei der Einstellung "optimale Bildqualität" ist:
ca. 1 MB je Bild bei 5 MP (Auflösung M) und
ca. 2 MB je Bild bei 10 MP (Auflösung L).
Das original Nikon-Handbuch ist irreführend, wenn es schreibt, daß Dateien bei "optimaler Bildqualität" ca. 8% größer werden und die Vorteile der Einstellung "optimale Bildqualität" nicht klar erwähnt!
Und ich bin der Meinung, daß auch in Zeiten spottbilliger Speicherkarten und Festplatten und immer schneller werdenden PCs die Dateigröße doch noch eine Rolle spielt - für die Übertragung zum PC, bei jedem einzelnen Bearbeitungsschritt im PC und nicht zuletzt bei Backups, die ich auch in vielen Jahren noch von meiner ganzen Fotosammlung machen möchte.
Der Praxis-Tipp: Setzen Sie im Menü "Aufnahme" und im Menüpunkt "JPEG-Komprimierung" die Auswahl auf "optimale Bildqualität".
Und hierzu auch gleich meine Empfehlung zu Bildqualität und Auflösung: Ich nehme grundsätzlich "BASIC" statt der Standardeinstellung "NORM". Bei der Wahl von "optimaler Bildqualität" als JPG-Komprimierung ist praktisch kein Qualitätsunterschied sichtbar.
Ich schreibe dies auf das Risiko hin, mich bei Qualitäts-Fans zu outen - wer skeptisch ist und aus dem Gefühl heraus, unbedingt das beste aus seinen Bildern herausholen zu wollen, bisher immer "NORM" oder "FINE" benutzt, möge es selbst an eigenen Beispielen vergleichen.
Und das Thema, wieviele Megapixel man wirklich braucht, ist auch wieder eine eigene Erörterung wert. Ich benutze meist "M" = ca. 5 MP und nur wenn wirklich es auf sehr gute Qualität z.B. für Drucke > DIN A 4 ankommt die hohe Auflösung "L" = ca. 10 MP.
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Worum es geht: Der versierte Benutzer einer digitalen Spiegelreflex-Kamera greift bei Bedarf vor der Aufnahme ein, um eine im Sucher angezeigte zu lange Belichtungszeit durch eine höhere ISO-Empfindlichkeit zu verkürzen.
Die ISO-Automatik tut dies automatisch und verringert die Gefahr verwackelter Aufnahmen bzw. spart eine laufende Anpassung der manuellen ISO-Einstellung.
Wer durch die Fummelei an der ISO-Einstellung schon mal eine Aufnahmesituation verpaßt hat bzw. ohne sie verwackelte Bilder bekommen hat, wird diese Funktion zu schätzen wissen.
Allen anderen sei sie auch empfohlen, um sich diese Erfahrung zu ersparen ;-).
Zum Hintergrund: Die ISO-Automatik bewirkt, daß die D200 automatisch die ISO-Empfindlichkeit erhöht, wenn die Belichtungszeit einen vorgegebenen Wert unterschreitet.
Dabei kann die Automatik allerdings weder die Brennweite noch den Objektivtyp (mit / ohne Verwacklungsschutz) berücksichtigen, um zu entscheiden, ab wann die ISO-Empfindlichkeit hochgeregelt wird.
Das ist schade, die längstmögliche Verschlußzeit hat schon die Programmautomatik meiner ersten Autofokus-Spiegelreflex von Minolta Anfang der 90er Jahre in Abhängigkeit von der Brennweite gewählt (und auch die inzwischen neue D300 tut dies noch nicht).
Der Praxis-Tipp - aktivieren Sie die ISO-Automatik:
- Menü "Individualfunktionen" auswählen, dann "b Belichtung" und "ISO-Automatik"
- Auswahl "ON" einstellen und folgende beide Werte wählen:
"max. Empfindlichkeit" - das ist der maximale Wert, bis zu dem die ISO-Empfindlichkeit automatisch erhöht wird. Ich bevorzuge 800 oder 1600 ISO
"längste Belichtungszeit" - Wenn die Belichtungszeit bei der manuell eingestellten ISO-Empfindlichkeit länger wird, als dieser Wert, greift die ISO-Automatik mit einer Erhöhung der Empfindlichkeit ein. Ich bevorzuge einen Wert von 1/15s.
Wenn diese Funktion aktiviert ist, ergibt sich die für eine Aufnahme verwendete ISO-Empfindlichkeit wie folgt:
- Die manuell eingestellte ISO-Empfindlichkeit ist kein fest eingestellter Wert mehr, sondern der minimale Wert zur Verwendung, solange die D200 damit kürzere Belichtungszeiten als die eingestellte "längste Belichtungszeit" erzielen kann.
- Die ISO-Empfindlichkeit wird vom manuell eingestellten Wert automatisch bis zu der eingestellten "max. Empfindlichkeit" hochgeregelt, wenn dadurch die gewählte längste Belichtungszeit gehalten werden kann.
- Wenn die eingestellte max. Empfindlichkeit erreicht ist und die eingestellte längste Belichtungszeit auch nicht ausreicht, verwendet die D200 die eingestellte maximale ISO-Empfindlichkeit und eine noch längere Belichtungszeit - wie für eine korrekte Belichtung erforderlich.
Abschließend seien noch zwei kleine Tücken der ISO-Automatik erwähnt:
Solange die ISO-Automatik eingeschaltet ist, kann manuell die ISO-Empfindlichkeit nur bis 1600 erhöht werden. Um 3200 ISO zu erreichen, muß die ISO-Automatik vorher ausgeschaltet werden.
Und wenn der Belichtungsmodus zu "M" für manuelle Belichtung benutzt wird, schaltet sich die ISO-Automatik nicht von alleine aus - normalerweise wird man genau dies aber wünschen, um die volle Kontrolle über die Belichtung zu erhalten. Da hilft aber leider nur, die ISO-Automatik extra über die Menüs abzuschalten.
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